Eine Studie der Credit Suisse unter 1.000 KMU gibt Aufschluss über den Stand der Digitalisierung der KMU in der Schweiz sowie der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Schweizer KMUs sehen Digitalisierung vor allem als Chance.

Die Schweizer KMUs werden weithin auf den Spitzenplätzen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit gesehen. Ein Beispiel einer solchen Rangliste ist die des World Economic Forum (WEF). Im Gegensatz hierzu sehen dies die befragten KMU nicht so klar, hier wird von einer mittelhohen bis hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit ausgegangen. Interessant ist das kritischere Urteil der Akteure, laut Autoren ist die Größe des Unternehmens hierbei entscheidend: Größere Unternehmen schätzen die Wettbewerbsfähigkeit höher ein als kleine und rein binnenorientierte Unternehmen.

Für die Zukunft ist ein Großteil der Befragten zuversichtlich, sie sehen sich im Wettbewerb gut oder befriedigend positioniert. Um diese Position zu halten ist jedoch die eigene Weiterentwicklung vonnöten, um den Konkurrenzdruck in Zukunft weiterhin begegnen zu können. So wird dieser Wettbewerb zunehmend internationaler, dabei müssen sich vor allem binnenorientierte Unternehmen gegen ausländische Konkurrenz durchsetzen. Hier gehen die Autoren für diese Sektoren die Gefahr, dass diese Unternehmen nun gegen Unternehmen konkurrieren müssen, welche sich bereits seit längerem im internationalen Wettbewerb befinden und daher besser darauf getrimmt sind. Die verstärkte internationale Verflechtung bringt auch zunehmend das Problem mit schwankenden Wechselkursen, allerdings zeigen die Erfahrungen, dass das Gros der Unternehmen damit umgehen kann.

Bei der Digitalisierung belegt die Schweiz in internationalen Rankings keine Spitzenplätze, schneidet jedoch gut ab. Interessant hierbei ist, dass dies in den Rankings nicht auf die Privatwirtschaft zurückgeführt wird – diese ist in der Adaption digitaler Möglichkeiten weiter fortgeschritten – sondern auf die Nutzung digitaler Technologien im öffentlichen Sektor und in der Interaktion mit den Bürgern. Daher überrascht es auch nicht, dass die Schweizer KMU den Herausforderungen der Digitalisierung optimistisch begegnen:  Für 45% bietet die Digitalisierung mehr Chancen als Risiken, weiter 31% stimmen dieser Aussage teilweise zu. 50% der Befragten sehen in digitalen Technologien die Möglichkeit ihre Effizienz zu steigern, 42% sehen sie als Chance für neue Produkte und Dienstleistungen, als auch für die Erschließung neuer Märkte und Kundengruppen.

Als Bedrohung sehen lediglich 16% die Digitalisierung, entweder weil sie sich als technologisch abgehängt betrachten oder gar ihre Produkte und Dienstleistungen überflüssig seien. Rechnet man die Unternehmen hinzu, welcher dieser Aussage nur teilweise zustimmen, so erhöht sich die Zahl auf 42% bzw. 36%. Allerdings begreifen 45% bzw. 38% dieser Unternehmen die Digitalisierung insgesamt überwiegend positiv, sehen also mehr Chancen als Risiken. Die Autoren betrachten die als bewusste Wahrnehmung der Risiken und Herausforderungen, jedoch seien die Unternehmen nicht grundsätzlich negativ eingestellt.

Die Befragung ergab weiterhin, dass rund ein Drittel der Befragten annimmt, sie würden von der Digitalisierung wenn, dann nur am Rande betroffen. Weitere 24% stimmen dieser Aussage zumindest teilweise zu. Genau hierin sehen die Autoren eine Gefahr für diese Unternehmen: Die fehlende Bereitschaft zur Transformation bzw. die die Unterschätzung der Tragweite der Digitalisierung könnte zukünftig große Probleme mit sich bringen, wenn die KMU dadurch von anderen Unternehmen hierbei abgehängt werden könnten.

Die Autoren erklären sich dies mit mangelnder Risikobereitschaft und etablierten Unternehmen, welche zurzeit gut aufgestellt sind und daher wenig Anreiz zur digitalen Transformation haben. Die gute Wettbewerbsfähigkeit könnte sich hier als unerkanntes Problem erweisen, zunehmende Konkurrenz aus dem Ausland verbunden mit  digitalen Umwälzungen könnte für einige Schweizer KMU so zukünftig zum Risiko werden.

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