RPA im Finance Backoffice-Bereich

Enorme Effizienzpotentiale für die Zukunft

Ein Whitepaper der Unternehmensberatung A. T. Kearny in Kooperation mit arvato Bertelsmann zeigt die Auswirkungen der Robotic Process Automation (RPA) auf die Vorgänge in Finanzabteilungen von Unternehmen auf. Es kommt zu dem Ergebnis, dass in den nächsten fünf Jahren 41Prozent der Finance-Prozesse und in zehn Jahren 53Prozent automatisiert sein werden.

Aktuell wird die RPA Technologie vor allem in der Finanzdienstleistungssektor und der Gesundheitsindustrie angewandt, wobei große Unternehmen mit 69 Prozent der Anwendungsrate deutlich stärker vertreten sind als KMU. Die Anwendungsrate ist weiterhin in den USA mit 54 Prozent aller Unternehmen höher als in Westeuropa mit 34 Prozent. Der Markt für RPA-Anwendungen hat hier also noch viel Potential.

Von den RPA wird erwartet, dass diese im Lauf der nächsten drei Jahre alle umfangreichen, sich wiederholenden und regelbasierten Aufgaben in Frontend- und Backendprozessen automatisieren. Innerhalb dieser Zeit werden RPA-Lösungen routinemäßig selbständig Informationen plattformübergreifend abrufen und übertragen und werden erste analytische Fähigkeiten aufzeigen. 2023 werden RPA dann zusätzlich kognitive Fähigkeiten einsetzen um automatisch Entscheidungen anhand fixer Auswahlmöglichkeiten zu treffen.

Für diese Ergebnisse wurden 20 Technologiepartner und wichtige Akteure in dem Bereich befragt, deren Einschätzung es in Kombination mit der Expertise von Arvato und A. T. Kearney ermöglichte Schlüsseltrends und zukünftige Anwendungsbereiche in den nächsten zehn Jahren zu identifizieren.

Innerhalb von zehn Jahren soll RPA dann sowohl im Front- und Backend von Unternehmen unter Einsatz von KI selbstständig lernen und sich verbessern. Zu diesem Zeitpunkt sollen RPA-Prozesse dann die meisten Backoffice-Prozesse vollumfänglich selbstständig ausführen mit nur minimaler menschlicher Interaktion.

RPA versprechen nicht nur eine gleichbleibende hohe Qualität in den Vorgängen, sondern eine höhere Genauigkeit bei den Tätigkeiten als auch höhere Geschwindigkeit in der Bearbeitung und setzen hierdurch Kapazitäten bei den Angestellten frei, welche für höherwertige Aufgaben verwandt werden kann. Sie steigern somit massiv die Effizienz der Organisation.

Die Autoren betrachten die Möglichkeit, Vorgänge zu automatisieren anhand einzelner Tätigkeiten, und anhand von Rollen oder Funktionen. So werden Mitarbeiter nicht vollständig ersetzt, sondern vielmehr werden bestimmte, einfach Tätigkeiten automatisiert, was nicht nur die Effizienz steigert, sondern den Mitarbeitern auch ermöglicht, sich mit herausfordernden und bereichernden Tätigkeiten zu befassen. Dies wird aber zu strukturellen Folgen für die Unternehmen und die Anzahl der Mitarbeiter führen. Die Autoren gehen davon aus, dass sich die Zahl der Mitarbeiter in den nächsten fünf Jahren um 28 bis 41 Prozent reduziert, in den nächsten zehn Jahren bereits um 48 bis 53 Prozent.

Die Entwicklung von RPA hat aktuell vor allem ein Hindernis:

Das Fehlen von Fachkräften mit den Fähigkeiten RPA zu designen, zu entwickeln und anzuwenden, vor allem in den Fällen, in welchen zusätzlich KI hinzugezogen werden soll. Der weiteren Entwicklung steht teils aber auch eine zu zaghafte Unternehmenskultur entgegen, die neue Technologien nicht einsetzen kann, oder die Implementierung generell scheitern lässt.

Quelle:
arvato.com