Eine Studie der Lünendonk & Hossenfelder GmbH zeigt den aktuellen Marktlage der Facility-Management-Leistungen aus Sicht der Auftraggeber. Neben erwarteten Preissteigerungen liegt die Qualität der Leistungen im Fokus. Digitalisierung und mehr Innovationsbereitschaft sind wichtige Erfordernisse für  die zukünftige Wettbewerbssituation von Anbietern.

Die Studie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie explizit die Sicht der Auftraggeber erfasst und wiederspiegelt, während sich vorherige Untersuchungen vor allem auf die Perspektiven der Anbieter bezogen haben. Hierdurch kann die Lünendonk & Hossenfelder GmbH vor allem einen interessanten Vergleich der Perspektiven bieten.

Als wichtigstes Thema wird die Digitalisierung identifiziert, intelligente Services und Produkte werden so Voraussetzung für zukünftiges Bestehen am Markt sein. Die Digitalisierung im Facility Management stellt sich als neun Möglichkeiten der Gebäudebewirtschaftung dar: Erfassung und Verwaltung von Gebäuden und Anlagen in Software-Lösungen mit rechtlich notwendiger Dokumentation, Abbildung des Gebäudes in einem BIM-System (Building Information Modeling), Automatisierung von Überwachungs- und Reinigungssystemen, Einsatz von Sensoren in Maschinen um Wartungsbedarf zu erkennen, der Einsatz von Wearables und Virtual Reality, Analytik um Ressourcengebrauch dem tatsächlichen Bedarf anzupassen, schnell verfügbare Reportings und effizientere Steuerung, Erfassung und Auswertung vorhandener Dokumente und Verträge bei automatisiertem Erkennen von Handlungsbedarf, effiziente Disposition von Service-Mitarbeitern sowie 3D-Druck kleinerer Ersatzteile.

Diese Auflistung zeigt die mannigfaltigen und verschiedenen Möglichkeiten der Digitalisierung des Facility Managements. Ziel bleibt nicht nur eine stärkere Effizienzsteigerung durch die Maßnahmen, sondern auch die Lebenszyklus-Betrachtung der Immobilie erhält neue Impulse. Die Autoren der Studie erwarten, dass die Anbieter, die durch Digitalisierung einen Mehrwert für die Kunden bieten können, höhere Margen werden generieren können. Die Höhe der hierfür nötigen Investitionskosten stellt jedoch zugleich ein Problem für die kleineren Anbieter dar. Dieser Punkt ist eng verknüpft mit der als zu niedrig erachteten  Bereitschaft zu gesteigerter Innovationsbereitschaft durch die Dienstleister, so gaben viele Befragte an, dass die Dienstleister nicht ausreichend proaktiv Optimierungen oder Innovationen einbringen und auch die generelle Bereitschaft dazu mangelt. Den größten Ansatzpunkt für Innovationen sehen die Befragten dabei wiederum bei den digitalen Services. Ebenfalls als wichtig werden integrierte Services erachtet, bei denen Managementprozesse und die Steuerung einzelner Leistungen durch den Anbieter übernommen werden. Dabei werden die Anbieter tief in die Auftraggeberorganisation integriert, um so Synergieeffekte zu nutzen.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass vermehrt Qualität und Nachhaltigkeit im Fokus stehen, so ist der niedrigste Preis nicht mehr das alleinige Kriterium bei der Wahl des Dienstleisters. Der  verstärkte Fokus auf die Nachhaltigkeit und besserer Umweltverträglichkeit dient dabei nicht nur dem Image, sondern ebenfalls der Energieoptimierung und der dadurch erreichbaren besseren Wettbewerbsposition. Gleichzeitig werden steigende Preise erwartet. Diese sind nicht nur auf das wachsende Qualitätsbewusstsein sondern auch auf den demographischen Wandel und dem damit zusammenhängenden Fachkräftemangel zurückzuführen. Der Personalmangel ist dabei so signifikant, dass er zum limitierenden Faktor für das Unternehmenswachstum einiger Dienstleister geworden ist.

Die aufgezeigten Ergebnisse offenbaren die Trends im Facility Management, die teils in Gesamttrends eingebettet, teils eigene Trends sind. So schlägt sich der allgemeine Trend bzw. Zwang der Digitalisierung natürlich auch im FM nieder. Hieraus kann jedoch der Trend der Hinwendung zu Qualität und Nachhaltigkeit der Auftraggeber nicht abgeleitet werden, weswegen dieser als eigenständig in der aktuellen Marktlage zu betrachten ist. Weitere Ergebnisse sind in der vollständigen Studie zu finden, welche kostenfrei abgerufen werden kann.

Mehr dazu erfahren Sie auf unseren StrategieTagen Facility Management vom 6. bis zum 8. November 2018.