Möglichkeiten für das Facility Management

Möglichkeiten für das Facility Management

Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger weist auf die Fortschritte bei der Digitalisierung der Baubranche hin. Eine Software sorgt hier für umfassende neue Möglichkeiten, welche auch für das Facility Management nutzbar gemacht werden können.

Die Baubranche ist nicht gerade für ihre Innovationsfreudigkeit bekannt. Allerdings könnte es für sie bald zur Notwendigkeit werden, ihre eigene Digitalisierung voranzutreiben. Diese Digitalisierung kann zugleich starke positive Synergieeffekte auf andere Branchen haben. Ein Beispiel hierfür ist das Building Information Modelling (BIM).

BIM ist eine Softwareplattform, die die Kollaboration aller Stakeholder eines Bauvorhabens an diesem ermöglicht. Mit BIM werden digitale Abbilder physischer Orte und Objekte erzeugt, welche alle Teilhaber einsehen und auch verändern können. Die einzelnen Objekte sind miteinander verknüpft und mit vielen zusätzlichen Informationen versehen, was Änderungen erleichtert und auch das Umsetzen spezifischer Wünsche während der Entwicklung oder des Baus ermöglicht. Die Effektivität der Planung oder des Baus kann somit beträchtlich gesteigert werden. Allgemein wird so von einem Kosteneinsparungspotential von ca. 10% ausgegangen. Als Plattform könnte BIM zum Standard und somit Voraussetzung werden. So sollen auch alle Bauvorhaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur spätestens ab 2020 mit BIM standardisiert sein.

Der spezielle Nutzen von BIM für das Facility Management liegt vor allem darin, dass ein digitaler Plan des Gebäudes vorliegt, welcher zugleich ein Inventar dreidimensionaler Darstellungen der Objekte im Gebäude ist. Dies ermöglicht einen insgesamt besseren Überblick über den Aufbau des Gebäudes. Das tiefere Verständnis kann, vor allem in Kombination mit entsprechender Sensorik, einen wesentlichen effizienteren Betrieb ermöglichen. Zugleich können die Instandhaltungskosten gesenkt werden, da Probleme durch die Instandhalter dank der genauen Modelle gezielter angegangen werden können. Durch Auswertung erfasster Daten unter Zuhilfenahme einer KI kann die Instandhaltung zu einer präventiven werden, die einsetzt, bevor ein Ausfall stattfindet.

Der digitale Plan kann weiterhin einfacher aktualisiert werden. So können später hinzugefügte Ausstattungen vermerkt und gleichzeitig  deren Einbau vereinfacht werden. Erfahrungen aus dem Betrieb des Gebäudes können für weitere zukünftige Projekte genutzt und erkannte strukturelle Problem eines Gebäudes in weiteren Bauten vermieden werden. Weiterhin kann Facility Management auch allgemein seine Erfahrungen bezüglich der Optimierung Architekten zur Verfügung stellen und so eine Beratungsfunktion ausüben.

Das BIM bietet dem Facility Management so verschiedene Möglichkeiten. Allerdings hat sein Gebrauch bestimme Voraussetzungen: BIM muss in die unternehmenseigene IT integriert und die Anwender im Umgang damit geschult werden. Das Einpflegen von Daten sowie das Erstellen und Aktualisieren der Modelle kann auch generell neue Tätigkeitsfelder erfordern, welche eine eigene Ausbildung benötigen. Insgesamt werden die Vorteile aber nicht nur überwiegen, sondern eine Umsetzung einer solchen Plattform für Unternehmen eine Notwendigkeit darstellen, sofern sie in diesen Bereichen konkurrenzfähig bleiben wollen.

Diese und weitere Themen werden auf unseren StrategieTagen Facility Management vom 6. bis 8. November 2018 diskutiert.